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Grösstes, mir bekanntes deutschsprachiges Papierlexikon.

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A

Abbindzeit In der Buchbinderei. Die Zeit, vom Auftragen, bis zum Verfestigen der Klebstoffe usf "Bedruckstoffe". 

Abdecken In der "REPRO" Reproduktion. Das Ausflecken von Kopiervorlagen. Unerwünschte Vorlagen, Bildteile werden durch Aufbringen lichtundurchlässigen Materialien, (Abdecklack) beseitigt.

Abfallholz Rohstoff für die Zellstoff- und Papierindustrie, der als Bruch- oder Durchforstungsholz anfällt. So kann die Forstwirtschaft die notwendige Pflege und den Erhalt des Waldes durchführen.

Abfasern Ein unerwünschter Effekt, bei dem die Druckfarbe oder das Gummituch Papierfasern aus dem Papier löst. Kann zu Fehldruckstellen im Druck führen.  

Ablaufanalyse Das Auswerten von Daten, die für die Verwirklichung eines Vorhabens (Zieles) bedeutend sind. Daraus erfolgt der Ablauf eines Arbeitsystemes. 

Ablösbarer Klebstoff Kleber mit niedriger Endhaftung. Dieser klebt fest an einer Oberfläche. Lässt sich jedoch nach geraumer Zeit wieder leicht ablösen.

Abmehlen Die Druckfarben sind in diesem Fall vom Bedruckstoff nach normaler Zeit wieder abreibbar. Es gibt hierfür verschiedene Ursachen. Zwei können sein: stark verdünnte Druckfarben oder schwach geleimtes Papier. In beiden Fällen schlägt die Farbe nicht weg, sondern die Pigmente liegen frei auf. 

Absatz Textabschnitt. 

Absolute Feuchtigkeit ist der Anteil des Wassers am Papiergewicht. Wird in Prozent angegeben.  

 

Absorbieren Aufnehmen, aufsaugen. In der ersten Trocknungsphase der Druckfarbe, dem Wegschlagen, wird das Öl der Farbe vom Papier aufgenommen. Werden auch Pigmente absorbiert, erhält man eine geringere Farbdichte.

 

Abstimmbogen Ein vom Vorgesetzten oder Kunden unterschriebenen Druckbogen, der die SOLLWERTE verkörbert. Ein in einer Druckerei üblicher Ablauf, der die Druckvorgaben dem Drucker vor dem eigentlichen Fortdruck visualisiert.  

Abweichungen Bei allen Lieferungen hat der Verkäufer das Recht auf Abweichungen. Für die Beurteilung einer Lieferung im Falle einer Mängelrüge, auch wenn diese sich auf Mengen-, Mass- und Gewichtsabweichungen gründet, ist nur der durchschnittliche Ausfall, nicht aber sind einzelne Rollen oder Rollenteile, Bogen, Pakete oder Ballen massgebend.

Abwässer Sind das durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte, und das von Niederschlägen aus dem Bereich von bebauten oder befestigten Flächen abfliessende Wasser. In der deutschen Papierindustrie wird das Abwasser, das organische und anorganische Reste enthält, mit erheblichem Kostenaufwand gereinigt. Die Abwassermenge je Tonne Papierproduktion wurde beträchtlich reduziert.

Abziehetikettenpapier Ein Trägerpapier mit wasserlöslicher Schicht. Diese ermöglicht das Ablösen (Abschieben) des in Offset- oder Siebdruck aufgebrachten Dekors und die Übertragung, z.B. auf Keramik.

Abzugspapier  Saugfähiges (maschinenglattes) Papier für Wachsschablonen-Vervielfältiger. Man findet auch die Bezeichnung "Saugpost"

Adhäsiv-Papier Mit Silicon beschichtetes Papier, das dadurch Klebstoffe abstösst. Für Abdeckungen bei Haftpapieren, -folien und -etiketten.

Affichenpapier  Plakatpapier für Anschlagtafeln (und -säulen) mit spezieller Leimung. Definition nach DIN 6730 : "weisses Druckpapier, holzfrei, nassfest, vollgeleimt, auch einseitig glatt; muss bedruckt und gefaltet im Wasser begrenzte Zeit lagerbar sein, bevor es angeklebt wird."

Aktendeckel-Karton Zäher, einreissfester, meist geklebter Karton (250/350g/qm) für Aktenaufbewahrung. In vielen Farben.  

Alabaster-Karton Aus zwei oder mehr Lagen eines feinen, holzfreien Papiers, mit Stärke zusammengeklebt. Für hochwertige Geschäfts- und Privatdrucke.

Alaun In der Regel ein Doppelsalz aus Kalium und Aluminium. In der Papierindustrie wird diese Bezeichnung für Aluminiumsulfat verwendet.

Alfa-Papier Hochwertiges, weiches und voluminöses Papier. Hergestellt aus Zellstoff von Alfa-(Esparto-)gras (Spanien und Nordafrika).

Algenpapier Eine italienische Papiermühle verarbeitet Tang aus der Lagune von Venedig zu Algenpapier. Damit wird aus der Not eine Tugend gemacht: Wo massenhaft Grünalgen auftreten, sind die Gewässer besonders stark verschmutzt.

Alkalileimung Beimengung von synthetischen Masseleimungsstoffen und alkalischen Füllstoffen bei der Herstellung von Papier. Die so hergestellten Papiere werden als "neutralgeleimt" bezeichnet. Harzleimung, Leimpresse, Leimungsgrad.

Alterungsbeständigkeit (des Papiers) Papier z.B. für die Archivierung, mit gutem Vermögen, Veränderung und Verfall zu wiederstehen. Experten definieren ein Papier als alterungsbeständig ("Frankfurter Forderungen" vom Feb.1990) , wenn es °als Natur -oder Streichrohpapier holzfrei, zu 100% aus gebleichten Zellstoffen hergestellt ist, ° einen ph-Wert von 7,5 - 9 aufweist, ° einen Calciumcarbonat-Anteil von mindestens 3% besitzt. Eine Normung der Deutschen Papierindustrie ist in der DIN-ISO 6738 fesgelegt. Diese Norm wurde vom Arbeitsausschuss NPa-AA 21 "Alterungsbeständige Papiere" im Normenausschuss Papier und Pappe ausgearbeitet. Das Zertifikat behandelt in sehr technischer Form die Kriterien, welche ein Papier und Karton erfüllen muss, um der geforderten Lebensdauer-Klasse (LDK) zu entsprechen. Angewendet werden soll diese Norm vor allem für Papiere und Kartons, die als Informationsträger - z.B. In Form von Schriftstücken und Büchern - nach längerer Lagerzeit in Archiven und Bibliotheken noch benutzbar sein müssen. Diese Norm kann auf holzhaltige, holzfreie und altpapierhaltige Papiere angewendet werden. Die erwähnten Lebensdauerklassen - LDK genannt - werden in der DIN-ISO 6738 wie folgt klassifiziert:

1)       LDK 24-85: Diese Papiere dürfen alterungsbeständig genannt werden sie haben eine Lebensdauer an die höchste Ansprüche gestellt werden können.

2)       LDK 12-80: Papiere dieser LDK haben eine Lebensdauer von einigen 100 Jahren

3)       LDK 6-70: Papiere dieser LDK haben eine Lebensdauer von mindestens 100 Jahren

4)       LDK 6-40: Papiere dieser LDK haben eine Lebensdauer von mindestens 50 Jahren. Die amerikanische Norm für Alterungsbeständigkeit heisst ANSI-Norm Z 39.48. Ebenso gibt die internationale "DIN-ISO 9706" eine Aussage über die Alterungsbeständigkeit. Diese Norm ist strenger als die DIN 6738. Das DIN-ISO 9706-Zeichen wird für langlebige Dokumente vergeben und sagt eine hohe Alterungsbeständigkeit aus.

Altpapier ist der Menge nach der wichtigste Rohstoff der Papierherstellung. Sein Anteil am gesamten Faserstoffeinsatz der Papierindustrie lag in 1997 bei 62,5 %. (Zum Vergleich: Holzstoff = 9,0 %, Zellstoff = 28,2 %.) Wegen seiner qualitativen Eigenheiten ist das Altpapier nicht in allen Bereichen der Papierherstellung voll einsetzbar.
Die Altpapiereinsatzquoten betrugen 1997:

Verpackungspapiere
- Zeitungspapiere
- Hygienepapiere
- Technische Papiere
- Grafische Papiere

94 %
114 %
70 %
45 %
14 %

Die Vorstellung von einem lückenlosen Kreislauf von Alt- und Neupapier, bei dem das Altpapier der einzige Rohstoff der Papier- und Pappeherstellung wäre, ist bedauerlicherweise eine Illusion. Da sich nämlich bei jedem Einsatz die Qualität der Fasern verschlechtert, muss ständig ein gewisses Mindestmass an frischem Material zugefügt werden, um einen »Recycling-Kollaps« zu vermeiden.

Altpapier-Einsatzquote ist das Verhältnis des Altpapierverbrauchs zur Produktion von Papier und Pappe. Bei einem Altpapierverbrauch von rund 9,5 Millionen Tonnen in 1997 und einer Produktion von 18,1 Millionen Tonnen erreicht die Altpapier-Einsatzquote 59 % .

Altpapier-Rücklaufquote ist das Verhältnis vom Altpapieraufkommen zum Papier- und Pappeverbrauch. Bei einem Aufkommen von rund 8,5 Millionen Tonnen und einem Papier- und Pappeverbrauch von 18,1 Millionen Tonnen in 1997, beträgt die Altpapier-Rücklaufquote in der Bundesrepublik Deutschland 72 % .

Altpapier-Sammlungen werden betrieben bei den Druckereien, den Papierverarbeitern, beim »auspackenden Gewerbe« wie Kaufhäusern und Supermärkten, beim Handel und in Verwaltungen sowie bei den Haushalten. Gesammelt wird vom gewerblichen Altpapierhandel, von der Papierindustrie selbst sowie von nicht gewerblichen, freiwilligen Sammlern.

Altpapieraufkommen ist die Menge an Altpapier, die aus dem Inland für die Papierherstellung zur Verfügung steht. Das Altpapieraufkommen erreicht in der Bundesrepublik rund 8,5 Millionen Tonnen jährlich.

Altpapierqualitäten gibt es theoretisch mehr, als es Papiersorten gibt. Praktisch ist es nicht möglich, alle Sorten getrennt voneinander zu erfassen. Der Altpapiermarkt unterscheidet 43 Handelsklassen. Die kritische Stelle bei der Wiederverwertung von Altpapier ist die Sortierung. Die gemischten Altpapiersorten, die der Papierindustrie heute überwiegend angeboten werden, weisen die unterschiedlichsten Faserqualitäten auf und enthalten neben den Druckfarben auch Verunreinigungen wie Kleber und Kunststoffe. Gut sortierte, »reine« Sorten stehen in der Qualitätsskala obenan - allen voran die überwiegend in Druckereien anfallenden »holzfreien weissen Späne«, z. B. unbedruckte Randabschnitte, die Zellstoff am nächsten kommen. Gemischtes Altpapier z. B. aus den Haushalten ist dagegen weiter unten angesiedelt.

Aluminiumbedampfte Papiere Druckpapiere mit einer durch Metallbedampfung metallisiertes Papier.

AOX (=Absorbierbare organische Halogene). Der AOX-Wert ist die international gebräuchliche Masseinheit, um die Abwasserbelastung mit organischen Chlorverbindungen verschiedener Zellstoffabriken miteinander vergleichen zu können. Der AOX-Wert bildet die Grundlage für die Einteilung in "chlorfrei" und "chlorgebleicht".

AP-Papiere sind Papiersorten, die aus 100 % Altpapier bestehen. Dazu zählen traditionell viele der für Verpackungszwecke bestimmten Papier-, Karton- und Pappesorten (vor allem Wellpappenrohpapiere) sowie ein Teil der in der Bundesrepublik erzeugten Hygienepapiere. Ausserdem werden auch in kleinerem Umfang Druck- und Schreibpapiere auf AP-Basis hergestellt.

Aquarell-Papier Holzfreies, oft hadernhaltiges Zeichenpapier, für Wasserfarben geeignet, mit gewollt gekörnter Oberflächenstruktur.

Archivpapier Papier, das auf Dauerhaftigkeit ausgelegt ist und für Aufzeichnungen mit langer Lebensdauer verwendet wird. Lebensdauerklassen

Aschegehalt Eine Massangabe, die Aufschluss über die Füllstoffmenge in einem ungestrichenen Papier gibt. Wird in Prozent angegeben und ermittelt als Quotient aus dem Gewicht der Verbrennungsrückstände und dem Gewicht vor dem Verbrennen.  

A x 100 : E  =  Asche in %        E = Einwaage

                                               A = Auswaage

Atro absolut trocken. Lutro Massstab für die Messung des Trockengehalts von Papier und Zellstoff. otro

Aufbereitung ist nach der Faserstoffgewinnung die erste Stufe der eigentlichen Papierherstellung. Dabei werden zunächst die als Halbstoffe angelieferten Faserstoffe mit viel Wasser »aufgeschwemmt«, d. h. in einen dünnen Brei verwandelt. Nach - oft mehrstufiger - Reinigung und Mahlung des Faserbreis werden die Hilfsstoffe zugegeben. Durch eine nochmalige Verdünnung erhält der Faserbrei dann die richtige Konsistenz (bis zu 99 Prozent Wasser) für die Weiterverarbeitung auf der   Papiermaschine. Er wird dann als »Ganzstoff« bezeichnet.

Aufschliessen Begriff aus der Papiererzeugung. Es sind diejenigen Arbeitsgänge, denen man die Rohfasern (z.B. Holz) unterziehen muss, um sie für die Zwecke der Papierherstellung nutzbar machen zu können. Es gibt verschiedene Aufschlussverfahren. Mahlung, Kochung  

Aufsichtsvorlage Zweidimensionale Reprovorlage auf Papier, Karton.

Ausrüstung Nach der Herstellung wird das Papier im Lieferwerk weiterverarbeitet. Papiermaschine oder Streichmaschine kommenden Rollen zu Bogen oder versandfertigen Rollen. Dazu gehören in erster Linie das Schneiden, das Sortieren und das Verpacken.

Ausschuss Papier, das irgendwo in der Herstellung aussortiert wurde und in der Regel der Produktion wieder zugeführt wird.  

Ausschiessen Systematisches Ausrichten (Anordnen) einzelner Seiten damit nach dem Drucken und somit Falzen alle Seiten in richtiger Reihenfolge stehen.

Ausstattungs-Papier Weisse und farbige Papiere. Vielfach geprägt (auch mit Wasserzeichen). Für anspruchsvolle Briefbogen und Briefkassetten.