papyrus.li

Home | Papier-Forum  | Papierlexikon | Labels | Papier-Geschichte | Kontakt | Impressum

Grösstes, mir bekanntes deutschsprachiges Papierlexikon.

A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   XYZ

B

Bagasse Ausgelaugtes (entzuckertes) Zuckerrohr. Wird in Ländern der Dritten Welt als Faserrohstoff für die Zellstoffherstellung verwendet

Bahnbreite Papier wird (mit ganz geringer Ausnahme) in "endloser, maschinenbreiter" Bahn hergestellt. Aus diesen Rollen können Bogenformate "schmal" und "breit" geschnitten werden. Z.B. Format 61x86cm: geschnitten aus 61cm breiten Rollen = 61x86cm Schmalbahn. Geschnitten aus 86cm breiten Rollen = 86x61cm Breitbahn (Laufrichtung).

Ballenmenge Bezeichnung für eine inzwischen fast überholte Papiermenge von ca. 150kg (die ein Mann "noch leicht" auf einem Sackkarren transportieren konnte). Heute wird Papier auf Paletten verpackt.

Banknotenpapier Sehr dauerhaftes, nicht im freien Handel verfügbares, griff- und falzfestes Sicherheitspapier mit echtem Wasserzeichen und weiteren fälschungssicheren Einlagen.. für den Mehrfarbendruck geeignet. Wasserzeichen (Reliefwasserzeichen). Die Herstellung solcher Papiere erfolgt auf sogenannten Rundsiebmaschinen.

 

            

 

Barcode (Strichcode) Darstellung von Zahlenreihen, die in einem Strichsystem zum direkten Einlesen in zum Beispiel Kassensystemen. (bar0 engl. Strich)

Bedruckbarkeit Spezifische Eigenschaften eines Bedruckstoffes in Bezug Wegschlageverhalten, Glätte, Farbannahmeverhalten u.s.w.

Bedruckstoff Werkstoffe aller Art, die zum Bedrucken geeignet sind.

Beleglesepapier Papier für die maschinelle datenverarbeitung und optischen Zeichenerkennung (OCR). 

Belichtung Einwirken von Licht bzw. elektromagnetischer Strahlen auf lichtempfindliche Stoffe, z.B. Foto- oder Kopierschichten.  Die Belichtung ist das Produkt aus der Beleuchtungsstärke in Lux und Zeit in Luxsekunden.  Bei Aufnahmen in der Reprokamera und bei der Kopie in der Druckformherstellung wird die Belichtung nach Lichteinheiten, sog. Takten, eingestellt, die mit einem Lichtdosiergerät gemessen werden.

Benetzbarkeit Fähigkeit eines Bedruckstoffes, eine Flüssigkeit abzunehmen oder abzustossen.

Barytpapier Geleimtes, knotenfreies und mit einem Strich aus Bariumsulfat gestrichenes Papier. Es hat eine völlig glatte und sehr geschlossene Oberfläche.

Belegleserpapier Unter hohen Qualitätsnormen hergestelltes Papier für die maschinelle Datenverarbeitung. Es werden dafür holzfreie Papiere verwendet. Die Normen und Spezifikationen für solche Papiere sind in einer DIN-Vorschrift festgelegt.

Berstdruck Qualitätsmerkmal bei Packpapieren. Er gibt an, welche Wiederstandskraft ein Papier gegen Platzen (Bersten) hat. Gemessen in kp/qcm. (DIN 53141, sowie ISO 2758-Papier und ISO 2759-Pappe)

Beschichtete Papiere und Pappen werden vorwiegend dort eingesetzt, wo die natürlichen Eigenschaften des Papiers für einen bestimmten Verwendungszweck nicht ausreichen. Zur Beschichtung wir heute bevorzugt Kunststoff verwendet (früher waren es Wachs, Paraffin oder Bitumen), der im flüssigen oder pastösen Zustand auf das Papier gebracht wird. Beschichtete Papiere und Pappen sind besonders als Verpackungsmaterialien für Flüssigkeiten oder feuchtigkeitsgefährdete Güter geeignet. Kaschierungen  

Beschnitt Verarbeitungstechnisch notwendiger Papierrand, der über das Endformat hinausgeht.  Der Beschnitt ermöglicht ein an allen Seiten sauber geschnittenes Endprodukt.

Bibeldruckpapier Hochwertiges, festes, dünnes, opakes, feinstes Druckpapier zur Herstellung umfangreicher, aber dünner Bücher.

Biegesteifigkeit Der Widerstand, den ein Material dem Biegen entgegensetzt.

Biegeprobe Papierprüfverfahren zur Feststellung der Laufrichtung.  Es werden aus der Länge und der Breite des Papiers gleichlange Streifen geschnitten und aufeinandergelegt.   Zur Probe werden die Streifen an einem Ende gefasst und senkrecht gestellt.   Der aus der Laufrichtung geschnittene Streifen besitzt eine grössere Steifigkeit und steht aufrechter.

Bilderdruckpapier Beidseitig gestrichene Papiere in vielen Qualitätsstufen, glänzend oder matt, (60-350g/qm). Zur Herstellung bebilderter Drucksachen.

Biegezahl (Biegekraft) Zahl der möglichen Doppelbiegungen bevor ein Papierprobestreifen auseinander fällt. Wichtig bei Faltschachteln und Etiketten.(DIN 53121 oder DIN 53123)

Bierpapier Eine ungewöhnliche Spezialität wird in Gmund am Tegernsee „gebraut“: Bierpapier. Rohstoff sind die Rückstände einer Brauerei. Das Bier-Büttenpapier gibt’s in mehreren „Geschmacksrichtungen“: von Weizen (weiss) über Pils (lehmgelb) bis Bock (dunkelbraun).

Bildauflösung Dichte der Bildelemente in einem digitalen Bild, angegeben in Pixel- ppi (pixels per Inches)

Bilderdruckpapier Oberbegriff für eine Vielzahl gestrichener Papiere unterschiedlicher Qualität die im Bogenoffset- und Rollenoffsetdruck mehrfarbig bedruckt werden können. Gestrichene Papiere.

Bildpostkartenkarton Bezeichnung für ein- oder beidseitig matt- oder auch glänzend gestrichenen Karton von 180 - 300 g/m2. Auch sogenannte gussgestrichene d.h. spiegelglänzende Kartons werden für den Druck von Bildpostkarten eingesetzt. Gussgestrichene Papiere 

             

Bindemittel Druckfarben bestehen aus Farbmitteln, Bindemitteln und Additiven.  Farbmittel sind allgemein Pigmente.  Bindemittel haben vor allem folgende Aufgaben:  1. Benetzen der Pigmente und Bilden einer feinsten Dispersion um das Pigment verdruckbar zu machen,  2. Verankern der Pigmente auf dem Bedruckstoff durch Trocknung der Bindemittel,  3. Bilden eines Schutzfilmes um Pigmente vor mechanischem Abrieb zu schützen.

Binden Def.: Vereinigung einzelner Blätter oder gefalzter Bogen zu einem Broschüren-, Schreib- oder Buchblock.

Blatt Papier oder Karton im Format kleiner als DIN A3, also kleiner als 29,7x42cm. Grösser: Bogen. Bogen

Blattbildung Blattbildung ist bei der manuellen und auch maschinellen Papierherstellung die Bildung eines flächigen Gefüges aus Fasern und Füllstoff, also die Herstellung von Papier. Langsiebpapiermaschine

             

                                             Handschöpfen                                  Blattbildung Heute auf einer Langsiebmaschine

Bleichverfahren Um weisses Papier herstellen zu können, werden Faserstoffe in verschiedenen Verfahren gebleicht. Bleichverfahren mit Chlorgas/Elementarchlor führen zu hohen Abwasserbelastungen mit organischen Chlorverbindungen (Chlor). Bleichverfahren mit dem wesentlich teureren Chlordioxid zeichnen sich bereits durch eine stark reduzierte Abwasserbelastung aus. Bleichverfahren mit sauerstoffhaltigen Bleichmitteln (z.B. Sauerstoff, Wasserstoffperoxid) führen zu keinerlei Belastungen mit organischen Chlorverbindungen (Sauerstoffbleiche). Chlorbleiche, ECF, TCF. Weltweit sind neue Verfahren in der Erprobung, um Lignin von der Zellulose zu trennen, Bleichen ohne Chlor zu ermöglichen, Rohstoffe bestmöglich zu nutzen und die Umwelt so gering wie möglich zu belasten. Mehrere dieser Verfahren wurden in Deutschland entwickelt, z.B. das Acetosolv- und das ASAM-Verfahren. "Alcell" und "Organocell"/"Organosolv" sind weitere Aufschlussverfahen, deren Erprobung die Hoffnung zulässt, dass in naher Zukunft eine weitere umweltschonendere Herstellung von Faserstoffen möglich ist (Stand 1993).

Blindmuster Muster eines Buches, Kataloges, Blocks u.a., das im Format, im Umfang, dem Papier, der Verarbeitung und dem Einband dem Endprodukt entspricht, alle Seiten sind jedoch unbedruckt auch Dummy genannt).

Blindprägung Prägedruck im Buchdruckverfahren oder mit speziellen Buchbinderpressen ohne Druckfarbe.  Alle Bildstellen stehen erhaben aus dem geprägten Stoff hervor.

Bogen Oberbegriff für auf Format geschnittenes Papier. Gefalzte Bogen werden als Falzbogen bezeichnet. Blatt

Bogendruck Druck einzelner Bogen im Gegensatz zum Rollendruck.

Bogengewicht Das Gewicht eines Bogens wird durch seine Grösse (Länge x Breite) und sein Flächengewicht (g/qm) bestimmt.

Bond-Papier Aus dem englischen (bond-paper) stammender Oberbegriff für Bankpost- und Hartpostpapiere.

Braunschliff  Das mechanische Herauslösen von Fasern aus dem Holzstamm mit Hilfe von rotierenden Schleifsteinen kann durch vorheriges Kochen des Holzes, hauptsächlich Kiefernholz, begünstigt werden. Dadurch entsteht allerdings eine bräunliche Färbung des Holzschliffes. Holzschliffart, TMP, Weissschliff und Zellstoff.

Breitbahn Der Begriff "Breitbahn" sagt, dass ein Formatpapier "breitseitig" quer zur Laufrichtung d.H.: dass die kurze Seite des Bogens parallel zur Laufrichtung liegen. Schmalbahn  

 

Briefumschlagpapier Meist einseitig glattes, gut falzfähiges, schreibfestes weisses oder farbiges und nicht durchscheinendes Papier in vielen Ausführungen. Zur Herstellung von Briefhüllen. Es wird in verschiedenen Qualitäten holzfrei, holzhaltig aber auch mit hohen Anteilen an Sekundärfasern (Recyclingpapier) hergestellt.

Bristolkarton  Aus dem englischen (carton Bristol) stammender Name für einen 3- und mehrlagigen Karton. Die Ober- und Unterdecke ist holzfrei und die Einlage meist holzhaltig (246-924g/qm). Er ist besonders auftragend und stabil. z.B. für Preisschilder Karton

Bruchholz auch Kalamitätsholz genannt, entsteht z. B. dadurch, dass ein Unwetter den Forst verwüstet, Äste oder ganze Bäume abbricht (»Windbruch«) oder im Winter Äste und auch ganze Bäume durch das Gewicht des auf ihnen lastenden Schnees abbrechen (»Schneebruch«). Die sehr kostspieligen Aufräumungsarbeiten - als Voraussetzung zur Wiederaufforstung und als Schutz gegen Insektenbefall und Waldbrände - sind nur zu finanzieren, wenn sich Käufer für die Abfallhölzer finden. Verwertet wird das Bruchholz nur in der Zellstoff- und Papierindustrie sowie bei der Spanplattenherstellung, die damit einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung des Waldes leisten.

Bruchwiderstand (Bruchlast) Festigkeitseigenschaft eines Papiers bei Zugbeanspruchung. Dabei wird ermittelt, welche Höchstlast bis zum Zerreissen eines bestimmten Papierstreifens von definierter Breite erforderlich ist. Die Bestimmung erfolgt nach DIN 53112, Teil 1 mittels eines Zugprüfgerätes mechanischer oder elektronischer Kraft- und Wegmessung.

BSB (biochemischer Sauerstoffbedarf). Beim biologischen Abbau von Verunreinigungen im Wasser wird Sauerstoff verbraucht. Der Sauerstoffverbrauch (Bedarf) ist dabei ein Mass für den Grad einer Verunreinigung. In der Praxis misst man den BSB als BSB5, das ist der Sauerstoffbedarf in einer bestimmten Wassermenge während 5 Tagen. (CSB)

Buch Bücher haben im Gegensatz zu Broschüren einen festen Einband mit einer speziell gefertigten, mehrteilig gegliederten Buchdecke.  Die Buchdecke besteht aus zwei Deckeln und einer Rückeinlage aus Pappe, die mit Papier, Gewebe, Kunststoffen, Leder u.a. bezogen sind.  

Buchdruck Ältestes Hochdruckverfahren.  Im Buchdruck wird direkt von der Druckform auf dem Bedruckstoff gedruckt, wobei hochviskose Druckfarbe von den erhabenen Stellen der Druckplatte auf das zu bedruckende Material übertragen wird.  Die Bedeutung des Buchdrucks hat in den letzten Jahren zugunsten des Offsetdrucks stark nachgelassen.

Bütte Rundes oder ovales Holzgefäss, aus dem verdünnter Faserbrei, das sogenannte Ganzzeug (Ganzstoff) manuell zur Herstellung von Büttenpapier mit Hilfe eines Siebes geschöpft wird. Büttenpapier

 

                                 

                                                             Bütte früher                                      Bütte heute

Büttenpapier  frühere Bezeichnung nur für das original handgeschöpfte Papier ("aus der Bütte"). Heute auch stofflich hochwertiges Papier in vielen Versionen, mit absichtlich ungleichmässigem Rand, vielfach mit Rippen und Wasserzeichen. Für Urkunden und individuellen Einsatz. Bütte

Buntpapiere Im Gegensatz zu farbigen Papieren, werden Buntpapiere erst nachträglich durch Färben und Mustern (meist künsterisch-manuell) hergestellt. Es gibt zahlreiche Techniken. Kleisterpapier