papyrus.li

Home | Papier-Forum  | Papierlexikon | Labels | Papier-Geschichte | Kontakt | Impressum

Grösstes, mir bekanntes deutschsprachiges Papierlexikon.

A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   XYZ

G

Ganzstoff In der 2. Stufe der Papierherstellung entsteht durch Auflösen, Mahlen und Mischen der sortenspezifischen Zellstoff-, Holzschliff- und Altpapiersorten (=Halbzeug), sowie durch Beimischung von Leim, Füllstoffen und evtl. Farbe das sogenannte "Ganzzeug" (= fertiger Papierrohstoff). Stoff, Stoffaufbereitung.

Gapformer Doppelsiebformer ohne Vorentwässerungsstrecke zur Erreichung der Gleichseitigkeit der Papierbahn, bei dem der Suspensionsstrahl direkt zwischen die beiden einlaufenden Siebe gespritzt wird.

Gaufrier-Kalander Prägemaschine zur Oberflächenveredelung (Geprägte Papiere).

Gautschen bezeichnete ursprünglich das Ablegen des noch nassen Papierblattes vom Handsieb auf einen Filz. Heute versteht man darunter das Pressen des Papiers am Ende der Siebpartie (Papiermaschine) oder auch das Verbinden noch nasser Papierbahnen durch Aufeinanderpressen, wobei die Fasern miteinander verfilzen.

Gautschpresse / Spindelpresse In der handwerklichen Papiermacherei die Presse, mit der das Wasser aus den geschöpften und zwischen Filzen aufgestapelten Bogen heraus gepresst wurde.

Gefärbtes Papier durch Oberflächen- oder Massenfärbung eingefärbtes Papier.

Gehämmertes Papier Ausstattungs-Papier mit hammerschlagartiger Prägung.

Geklebter Karton Karton, der durch Zusammenkleben von mehreren Papierbahnen hergestellt wird. Dabei können die einzelnen Bahnen von unterschiedlicher Beschaffenheit sein. Geklebter Karton zeichnet sich aus durch eine hohe Steifigkeit.

Geleimtes Papier Der Papierstoffmasse (Ganzzeug) beigegebene Natur- oder Kunstharze bewirken eine bessere, vielfach erwünschte Widerstandsfähigkeit gegen das Eindringen von Flüssigkeit in das Papier (Tintenfestigkeit).

Geprägtes Papier "Leinengeprägtes" Schreibpapier, "gehämmerter" Büttenkarton, Fotoalbenpergamin mit "Spinnen-Prägung". Das sind nur einige Beispiele der vielfältigen Möglichkeiten, mit Prägewalzen (-Platten) in die Oberfläche von Papier nachträglich Musterungen/Strukturen einzupressen (Gaufrier-Kalander).

Geprägte Wasserzeichen Wasserzeichen. Zeichen oder Muster, die auf das bereits oder stark entwässerte Papier mittels einer Prägeform mit sehr hohem Druck aufgepresst werden. Diese Wasserzeichen verschwinden bei der Zugabe von Feuchtigkeit, da die Fasern nur zusammengepresst wurden.

Geräuschloses Papier Besonders weich gearbeitetes Papier, das wegen seiner Verwendung als "Konzert-Programmm" nicht rascheln darf.

Geripptes Papier mit Wasserzeichen Ein Fertigerzeugnis, mit einem;  Egoutteur hergestellt, der eng beieinander liegende Linien aufweist.

Geschenk-Papier Mit mehrfarbigem Streudruck ausgestattete Seidenpapiere und einseitig glatte/gestrichene Zellulosepapiere zum Verpacken von Geschenken (z.B. Weihnachtspapier).

Gestrichene Papiere Papiere die zur Verbesserung der Oberflächenglätte, des Glanzes, der Weisse und der Bedruckbarkeit einen Strich aufweisen. Er besteht aus hochwertigen natürlichen Pigmenten, Bindemittel sowie verschiedenen Hilfsstoffen. Der Auftrag solcher Streichfarben erfolgt industriell auf Streichmaschinen.
Behandlung von gestrichenen Papieren und Kartone: Grundsätzlich sind gestrichene Papiere und Kartons aus klimatechnischer Sicht zu behandeln wie Naturpapiere und ungestrichene Papiere. Es müssen ferner unbedingt aber folgende Punkte beachtet werden: Verwenden Sie nur scharf geschliffene Messer, ein Gegenschnitt von mind. 3 mm ist unerlässlich. Die auf dem Schneidetisch abgestossene Schnittkante darf niemals gegen die sauber hinter dem Messer liegende Kante aufgestossen werden. Unterlassen Sie das Abbürsten der Schnittkanten auf jeden Fall. (Beim Halbieren ohne Gegenschnitt muss die abgestossene Schnittkante mit einem Gemisch von 50 % Wasser und 50 % Glyzerin mit einem staubfreien Lappen leicht abgerieben werden.) Der beim Schneidvorgang unterste Bogen muss auf jeden Fall vor dem Aufsetzen auf die Druckmaschine entfernt werden. Geschnittene Stapel müssen immer mit Schutzbogen abgedeckt werden. Gelangt das Papier nicht unmittelbar auf die Druckmaschine, ist sehr zu empfehlen, umherstehende Paletten mit Stülppackungen vor Staubeinwirkung zu schützen. Bitte, beachten Sie unbedingt die zuvor genannten Punkte. Sie vermeiden die gefürchtete "Popelbildung"; schliesslich sich selbst und uns eine Menge Ärger. Der erforderliche Gegenschnitt bedingt sicherlich ein etwas grösseres Format und einen zusätzlichen Aufwand. Störungsfreier Fortdruck und eine ausgeglichene Qualität sind aber der Lohn dafür.

 

 

Gewichtstoleranzen Trotz hochentwickelter Steuerungsanlagen sind gelegentliche Gewichtschwankungen bei der Papierherstellung unvermeidlich. Sie dürfen aber die in den Geschäftsbedingungen der Papierindustrie einheitlich festgelegten Grenzwerte nicht überschreiten.

Gewichtszuschläge Infolge unterschiedlicher Herstellungskosten werden von der Papierindustrie für niedrige und höhere Papiergewichte Zuschläge auf die "Normal"-(Grund)-Preise erhoben.

Glacé-Papier Meist einseitig gefärbtes Papier, mit glänzender (satinierter) oder gestrichener Oberfläche. Vorwiegend als Überzug von Kartonagen verwendet.

Glätte nicht zu verwechseln mit ; Glanz.

Die Glätte eines Papiers kann von ausschlaggebender Bedeutung für das Bedrucken sein. Die Wiedergabe von Rasterpunkten und von Flächen ist abhängig von der "Ebenheit" des Papiers. Unebenheiten wirken sich mehr oder weniger negativ aus. Für die Glättemessung sind mehrere Verfahren üblich:

  1. Luftstromverfahren nach Bekk (DIN 53107)

(Bestimmt wird die Zeit, die benötigt wird, ein bestimmtes Volumen an Luft zwischen einer Glasplatte und der Papieroberfläche durchzusaugen. An die Probe wird ein Vakuum angelegt. Eine lange Zeit beteutet eine hohe Glätte der Papieroberfläche.)   

  1. Rauhigkeitsprüfung nach Bendtsen (DIN 53108)
  2. PPS-Verfahren (Parker Print-Surf) - Ermittlung der "Rauhtiefe"
  3. Kontaktanteilverfahren (FOGRA)
  4. Abtastverfahren (KL-Gerät nach Kunz-Lippke)

Glättwerk Durch den Druck und eine gewisse Friktion wird die Papieroberfläche vor der Aufrollung geglättet. Auf diese Weise entstehen die sogenannten "maschinenglatten Papiere".

Glanz nicht zu verwechseln mit ; Glätte. Glanz ist ein optischer Eindruck, der bei der Betrachtung einer Oberfläche entsteht. Ein Papier wird dann als glänzend empfunden, wenn der grösste Teil des schräg auftreffenden Lichtes gerichtet, und nur ein kleiner Teil diffus reflektiert wird. Glanz ist also abhängig von der Geometrie der Oberfläche. Die Bestimmung des Glanzes erfolgt nach DIN 54502.

Grafische Papiere Druck- und Schreibpapier; Druckpapier: Papier, das ungestrichen oder gestrichen zum Bedrucken geeignet ist und sich in den verschiedenen Druckverfahren störungsfrei verarbeiten lässt.

Granuliertes Papier Mit einer Körnung (durch Prägung) versehene Papiere.

Griff Die unterschiedliche Dicke, Härte und Steifigkeit von Papier kann subjektiv als "Griffigkeit" empfunden werden (keine Masseinheit).

Grossmenge Im Papiergrosshandel ist der Grossmengenpreis die Kalkulationsbasis für die Preislistenstaffel (1000 Bogen oder 100 kg-Preis).

Gummiertes Papier Papier mit einer Klebstoffbeschichtung, die durch Wasser aktiviert wird (Dextrin, Gummiarabikum). Zur Herstellung von Aufklebern, Marken und Postwertzeichen (nicht zu verwechseln mit Haftklebe-Papieren).

Gussgestrichene Papiere Papiere und Kartons mit einer sehr glatten, glänzenden Oberfläche. Dieser Glanz entsteht nicht durch die Satinage im Kalander, sondern mittels einer Kontrakttrocknung gegen einen heissen Chromzylinder. Die Papiere und Kartons nehmen in der Folge die spiegelglatte Struktur des Zylinders auf.