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Grösstes, mir bekanntes deutschsprachiges Papierlexikon.

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Lackmus-Papier Reagenzpapier (Indikator-Papier). Mit dem Farbstoff Lackmusflechte getränkt, dient es dem Nachweis von Säuren und Laugen. Blaues Lackmuspapier färbt sich in Säure rot, rotes Lackmuspapier wird in Laugen (Basen, Alkali) blau.

Lackieren Weiterverarbeitungstechnik, die vor allem angewendet wird, um aus ästhetischen Gründen eine glänzende Oberfläche zu erhalten.

Laminieren (1) Kaschieren Zwei oder mehr Materialschichten werden zu einem Mehrschichtenprodukt, einem sogenannten Laminat, zusammengeklebt.

Laminieren (2) Folienkaschieren Mit Hilfe einer speziellen Laminierausrüstung beschichtet man Papier mit einer Kunststofffolie, um dieses Druckerzeugnis vor Schmutz, Verschleiss und Abrieb zu schützen. Es gibt eine glänzende und matte Folienkaschierung. 

Landkartenpapier Hochwertiges, oft sogar hadernhaltiges Offsetdruckpapier. Es garantiert bei Verarbeitung und Gebrauch höchstmögliche Masshaltigkeit und Festigkeitswerte (Falzen). Papier mit einer besonders guten Dimensionsstabilität. Die Anforderungen an Landkartenpapier ergeben sich aus DIN 6728.

Langfaserzellstoff Aus ; Nadelhölzern hergestellter Zellstoff mit hoher Festigkeit (Zähigkeit). Siehe auch ; Sulfat- und Sulfitzellstoff.

Langsiebmaschine Papiermaschine, 1799 von Louis Robert erfundene, heute noch meist verwendete Technik mit Arbeitsbreiten bis 9 Meter. Das Ganzzeug = der mit Wasser vermischte Papierrohstoff, läuft über einen Cleaner zum Stoffauflauf (99% Wassergehalt, 1% Faser- und Feststoffanteile). Hier wird die dünnflüssige Masse auf das umlaufende Langsieb gesprüht, wo die Blattbildung erfolgt. Nachdem der Grossteil des Wassers abgeflossen ist, wird in der Pressen- und Trockenpartie die Restfeuchtigkeit bis auf ca. 5-8% entzogen. Anschliessend wird das Papier geglättet und evtl. veredelt.

Laserdruck Kopierverfahren, bei dem die elektro-fotosensible Druckform (für Xerographie) mittels Laserstrahlen belichtet wird.

Laserdruckpapier Papier zur Verwendung im Laserdrucker. Es hat für eine höchstmögliche Tonerhaftung eine gleichmässige Oberfläche, die relative Feuchtigkeit bewegt sich zwischen 30% und 35 % rF.

Laubholz Zur Gewinnung von Holstoff oder/und Zellstoff werden in erster Linie Buche, Birke, Pappel, Erle und Eukalyptus eingesetzt. Es ergeben sich Fasern von ca. 1 mm Länge und 0,03 mm Breite

Laufrichtung Bahnbreite. Richtung, in der das Papier durch die Papiermaschine läuft. Dadurch ist sie in der Regel auch die bevorzugte Faserrichtung im Papier. Die Laufrichtung spielt insbesondere bei der Verarbeitung des Papiers oder Kartons eine Rolle, da das Material in dieser Richtung meist eine grössere Festigkeit und Steifigkeit aufweist.

Die Laufrichtung ist für eine störungsfreie Druckabwicklung und die weitere Verarbeitung von grosser Bedeutung. Die Papierbesteller sollten daher sorgfältig prüfen, in welcher Bahnbreite das Papier für den gedachten Zweck geliefert sein soll.

Unter Laufrichtung versteht man die Richtung, in welcher die Papiermasse über die Maschine gelaufen ist (Faserlauf). Bei der Entwässerung auf dem Sieb kommen die Fasern hauptsächlich in ihrer Länge parallel zur Laufrichtung zu liegen. Die Bahnbreite ist die Rollenbreite, in der das Papier auf der Papiermaschine gearbeitet ist. Sie läuft quer zur Laufrichtung. Untenstehende Abbildung soll die Bezeichnung Laufrichtung und Bahnbreite verständlich machen. Schmalbahn - Breitbahn:

Bei Papieren in Bogen sind die Begriffe Schmal- und Breitbahn geläufig. Wird die Bogengrösse 61 x 86 cm in Schmalbahn verlangt, muss sie aus einer Papierrolle geschnitten werden, die 61 cm misst. Wird dagegen 61 x 86 cm Breitbahn gewünscht, so muss eine Papierrolle von 86 cm Breite genommen werden. Bei Breitbahn liegt der Faserlauf längs der schmalen Bogenkante von 61 cm, bei Schmalbahn geht er parallel zur langen Seite des Bogens von 86 cm. Bezeichnung der Bahnbreiten:

Um Verwechslungen zu vermeiden, ist es üblich, in Angeboten, Rechnungen und Gewichtsverzeichnissen die Rollenbreite zu unterstreichen. Der Faserlauf geht demnach stets parallel zu der nicht unterstrichenen Seite. Auf Wunsch bezeichnet die Papierfabrik die Laufrichtung des Papiers auf den Riespaketen durch einen Pfeil. Durch die beiden Abbildungen werden die Begriffe Schmal- und Breitbahn erläutert.

Laugenbeständigkeit des Papiers  DIN 16 24-7 Bestimmt wird die Wiederstansfähigkeit des Papiers gegenüber heisser Natronlauge. Metalisiertes Papier wird in 2,5%iger, 85°C heisser Natronlauge 20 Minuten lang geschüttelt. Das Papier darf dabei nicht zerfasern.

Lebensdauerklassen Klassifizierung der Lebensdauer von gestrichenen und ungestrichenen Papieren und Kartons. Sie ergibt sich aus der Norm DIN 6738,April 1992. Konservierung von Papier

Leim dient dazu, das Papier beschreibbar zu machen und besondere Eigenschaften zu erzielen. Meist wird der Leim der Papiermasse bereits vor der Verarbeitung beigegeben (Stoffleimung) und nach der Blattbildung als Oberflächenleimung innerhalb der Trockenpartie der Papieroberfläche aufgetragen. Papiermaschine

Harzleim                       = Holz

Harz                             = Säure, die wasserunlöslich ist.           

Freiharze                      = Unveränderte Harze = wasserunlöslich

Modifizierte Harze         = verseifte Harze mit NaO2 = wasserlöslich

Fällungsmittel               = Aluminiumsulfat ; Alaun

Leimpresse Die Leimpresse befindet sich innerhalb der Papiermaschine, nach der ersten Trockenpartie. Sie trägt auf beiden Seiten der Papierbahn einen dünnflüssigen Leim oder einen leichten Strichauftrag auf ; (Harzleimung). Dadurch wird u.a. die Geflügelfestigkeit eines Papiersverbessert.

                                                                                                        

Leimungsgrad Prüfmethode zur Bestimmung der Saugfähigkeit, des L.s und der Beschreibbarkeit: Für ungeleimte und schwach geleimte Papiere erfolgt die Bestimmung der Saugzone nach Prof. Walter, Brecht und Lieben. Besser geleimte Papiere werden geprüft nach DIN-ISO 53126. Dabei lässt man eine Probe des zu prüfenden Papiers auf Tinte aufschwimmen und verfolgt mit der Stoppuhr die Durchdringgeschwindigkeit (Tintenschwimmdauer). Um diese Zeit objektiv zu erfassen, wurden auch verschiedene Geräte entwickelt (Zellcheming Mekblatt V/15/60).

Leinengeprägtes Papier Briefpapier mit leinenartig geprägter Oberfächenstruktur.

Leitkarten-Karton In der Regel 400g/qm standfester Karton für Leitkarten in Karteien.

Leuchtfarben-Papier Meist einseitig, mit optisch aufhellenden Farben gestrichenes, witterungsbeständiges Plakatpapier. Am Tage kann es leuchten (fluoreszieren) und bei nächtlichem Lichteinfall auch nachleuchten (phosphorisieren).

Lichtdruckkarton Geklebter Spezialkarton für den Lichtdruck. Er muss eine gute Wasserfestigkeit und Dimensionsstabilität aufweisen.

Lichtechtheit bei Papieren meint die Beständigkeit der optischen und physikalischen Eigenschaften gegen Lichteinwirkung. Je weniger lichtecht das Papier ist, desto schneller vergilbt das Papier. Bei farbigen Papieren ist es in erster Linie wichtig, dass trotz Einwirkung der UV-Strahlen das Papier seine Farbe beibehält und nicht verblasst. Hundertprozentigen Schutz vor Ausbleichen unter Tageslicht und Wärme gibt es nicht. Holzfreie Rohstoffe und entsprechende Farbpigmente können die Farbtonänderung verzögern. - Messverfahren Im Labor kann man die natürliche UV-Strahlung simulieren (Xenon-Lampe). Die Ergebnisse werden in einer Abstufung von 1 bis 8 gemessen, wobei 8 bedeutet, dass keinerlei Veränderung der Farbe messbar ist. Die Methode gemäss DIN-ISO 105-B04 ist ursprünglich zum Testen der Lichtechtheit von Textilien entwickelt worden. - Farbstoffe Am Markisenstoff werden zum Beispiel höchste Anforderungen an Lichtbeständigkeit gestellt, so dass spezielle, mit Schwermetallverbindungen stabilisierte Farben verwandt werden müssen. Wochen- und monatelange Sonneneinstrahlung, selbst über Jahre hinweg, dürfen die Beschaffenheit des Gewebes und der Farbstoffe nicht beeinträchtigen. U.a. aus Rücksicht aus Gründen der Lebensmittelunbedenklichkeit oder eventuellen Allergien dürfen diese Pigmente nicht zur Färbung von Papier eingesetzt werden. - Richtwerte Das angewandte Prüfverfahren für Stoffe legt die Messlatte sehr hoch. Ein Wert von 3 gilt daher für ein farbiges Papier als "gut"!

Lichtpaus-Papier Dient zum Vervielfältigen von Zeichnungen (auf lichtdurchlässiger Vorlage). Für die unterschiedlichen Verfahren (trocken und feucht) gibt es unterschiedliche Ausführungen dieses transparenten Papiers.

Lignine sind organische Hochpolymere mit sehr komplizierten chemischen Zusammensetzungen. Sie stellen die verholzende Substanz dar. Lignin ist im Holz neben der Zellulose  und weiteren Bestandteilen enthalten und bewirkt dort eine Versteifung der Fasern. Im Papier ist Lignin eine unerwünschte Beigabe, weil es dieses schnell vergilben lässt. Deshalb wird Lignin bei der Zellstoffgewinnung durch einen chemischen Prozess von der Zellulose weitgehend getrennt. Lignin ist anionisch  (-) stärker geladen als Fasern. Desshalb ist holzfreies Papier „Spannungsneutraler“.

Liniertes Papier Mit verschiedenen Lineaturen bedrucktes Schreibpapier für Schule und Büro, meist DIN A3 auf DIN A4 gefalzt (Kanzlei-Papier). Meist im Flexodruck gefertigt.

Linters Feiner Haarbelag auf der Oberfläche von Baumwollsamen. Gut geeignet als Rohstoff für technische Feinpapiere.Linters werden für Papiere von besonderer Weichheit, hoher Dauerhaftigkeit und Saugfähigkeit eingesetzt.

Lithographie-Papier Meist scharf satiniertes, vollgeleimtes Papier für den direkten Steindruck (lithos = griechisch "Stein"). Dieses Druckverfahren ist der Vorläufer des Offsetdruckes und heute nur noch wenig gebräuchlich.

LLWC-Papier Light Light Weight Coated Paper. Besonders leicht gestrichenes Papier für den Rollenoffsetdruck.

Lochkarten-Karton Spezialkarton mit hoher Festigkeit und Standfähigkeit und völlig gleichmässiger Dicke (161g/qm). Im Zuge der EDV-Technik rückläufig.

Lochstreifen-Papier Hochsatiniertes, zähes, dimensionsstabiles Papier in Streifen. Für mechanische, optische und elektronische Lese- und Steuerungsverfahren.

Löschpapier Besonders saugfähiges Papier, das überschüssige Tinte von frisch beschriebenem Papier aufsaugen kann. Es wird hergestellt in röscher Mahlung.

Luftbürstenstrich Verfahren zur Herstellung gestrichener Papiere. Dabei verteilen Luftdüsen die Streichmasse auf den Streichwalzen und entfernen den Überschuss mit Luftdruck.

Luftfeuchtigkeit Physikalisch bezeichnet man als absolute Feuchtigkeit (f) das Gewicht des Wasserdampfes in 1 m3 Luft (g/m3). Jeder Temperatur ist ein maximal möglicher Feuchtigkeitsgehalt (F) zugeordnet. Der dem Sättigungdgrad entspricht.

Unter der relativen Luftfeuchtigkeit versteht man das prozentuale Verhältnis zwischen dem tatsächlichen Wassergehalt und dem max. möglichen Wassergehalt bei einer bestimmten Temperatur. Die Angabe erfolgt daher in %.

Luftpostpapier Sehr dünnes, festes, meist holzfreies Schreibpapier von 25-30 g/m².

Luftundurchlässigkeit Für z.B. Verpackungspapier (Lebensmittel und Samen) erwünschte, möglichst geringe Porösität. Sie wird durch schmierige Mahlung des Rohstoffes erzielt.

Lumpen ; Hadern

Lutro = »lufttrocken«. Massstab für Angabe des Trockengehalts von Papier oder Zellstoff. Im Gegensatz zu ( atro (absolut trocken, d. h. Null Prozent Feuchtigkeit) wird hierbei ein »normaler« (für das Papier grundsätzlich notwendiger) Feuchtigkeitsgehalt als Basis der Berechnung eingesetzt. Bei Zellstoff und Holzschliff bezieht sich das Rechnungsgewicht in der Regel auf 90:100, d. h. 90 Teile Stoff, 10 Teile Wasser.

LWC-Papier "light weight coated"-Papier; leichtgewichtige, holzhältige Papiere mit Strichaufträgen von 6-12g/m2 pro Seite; Rohpapier: 35-45g/m2, für Versandhauskataloge, Illustrierte oder Zeitschriften.